Schnelle Scheidung 1°2°3

04.02.2019

Scheidung light bieten immer mehr Internetkanzleien an und locken mit angeblich vergünstigten Gebühren. Die anonyme Scheidung ist dabei in den seltensten Fällen praktikabel und kommt überhaupt nur im Falle einer einvernehmlichen Scheidung in Betracht. Sobald weitere Punkte wie z.B das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder, Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt, Nachscheidungsunterhalt, Zugewinn, oder die Vermögensauseinandersetzung zu klären sind, ist die vermeintliche Online Scheidung und auch der „gemeinsame Anwalt“ keine Alternative zur persönlichen Beratung durch den eigenen Anwalt. Sind die hier genannten Punkte einvernehmlich – vor dem ersten Gang zum Anwalt – geklärt, können Kosten dadurch gespart werden, dass einer der Ehegatten über seinen Anwalt den Scheidungsantrag stellt. Im Scheidungstermin muss der andere Ehegatte dann nur noch dem Antrag zustimmen. Ein zweiter Anwalt wird in diesem Falle nicht benötigt. Wenn aber auch nur in einem der oben genannten Punkte Streit entsteht, wird weder die via Internet arbeitende Kanzlei, noch der vermeintlich gemeinsame Anwalt den höchst unterschiedlichen Interessen gerecht.

Auch die Variante „wir möchten nur einen Anwalt“ um Kosten zu sparen, ist nicht immer die sinnvolle Alternative zum eigenen Anwalt. Rechtsanwälte sind durch ihre Berufsordnung daran gehindert, im Ehescheidungsverfahren beide Parteien zu vertreten. Selbst wenn die Parteien gemeinsam den Anwalt aufsuchen, darf dieser immer nur eine der Parteien vertreten und ist bereits im ersten Gespräch verpflichtet die Parteien darauf hin zu weisen. Kommt der Anwalt seiner Aufklärungspflicht nicht nach und kommt es während des Scheidungsverfahrens zu Streit zwischen den Beteiligten, muss er/sie das Mandat niederlegen. Den Parteien entstehen dann doppelte Kosten, weil der neue Anwalt exakt die gleichen Gebühren noch einmal verlangen kann. Darüber hinaus ist der gemeinsame Anwalt niemals objektiv gegenüber beiden Parteien. Er vertritt ganz klar nur die Interessen dessen, der die Gebühren bezahlt. Das führt oft erst nach der Scheidung zu einem bösen Erwachen, wenn Folgesachen wie z.B. Unterhalt nicht rechtzeitig geklärt wurden.

Lassen Sie sich persönlich von Ihrem Anwalt oder Ihrer Anwältin vor Ort beraten.

 

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