Vorsorge für den Krankheitsfall: Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

01.07.2019

Im Zuge überlasteter Betreuungsgerichte wurde die Öffentlichkeit in den letzten Jahren durch zahlreiche Informationsbeiträge diverser Medien sensibilisiert. Begriffe wie Patientenverfügung,  Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht schwirren nur so herum und sorgen dafür, dass am Ende keiner mehr weiß, was er machen soll und vor allem bei wem. Ist die erste Hürde erst einmal genommen, stellt sich die nächste Frage: muss ich damit zum Arzt, zum Notar, zum Anwalt, das örtliche Seniorenbüro oder die zuständige Betreuungsbehörde? Große Unsicherheit besteht im Bereich der Vorsorgevollmacht, Generalvollmacht und Betreuungsverfügung.

Im Falle der Vorsorgevollmacht, oftmals zusammen mit einer Generalvollmacht gestaltet, handelt es sich um die schriftliche Bevollmächtigung einer Einzelperson. Diese Vertrauensperson wird für den Krankheitsfall mit ausdrücklich bestimmten Aufgaben, z.B. Vermögenangelegenheiten, Gesundheitsfürsorge, Heim – und Wohnungsangelegenheiten, Entgegennahme von Poststücken, bevollmächtigt. In der Regel wird von dieser Vollmacht erst dann Gebrauch gemacht, wenn eine Erkrankung offenkundig ist oder vom Arzt bestätigt wird. Der Bevollmächtigte handelt dann für Sie und in Ihrem Namen. Es empfiehlt es sich daher ausschließlich solche Personen zu benennen, die Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen. Denn der im Wege der Vorsorgevollmacht Bevollmächtigte handelt ohne jegliche Kontrolle! Will man dies eben nicht, weil man z.B. keine nahen Angehörigen hat und auch sonst keine geeignete Vertrauensperson hat,  kann man im Rahmen einer sogenannten Betreuungsverfügung eine geeignete natürliche Person einsetzen. Diese wird dann im Bedarfsfall direkt durch das Betreuungsgericht zum Betreuer bestellt. Die Aufgaben und Kompetenzen können entsprechend denen eines Bevollmächtigten geregelt werden.

Die Betreuungsverfügung bietet gegenüber der Vorsorgevollmacht den Vorteil den eigenen Wunschkandidaten mit umfassenden Kompetenzen auszustatten. Gleichzeitig unterliegt dieser dann der umfassenden Kontrolle durch das Betreuungsgericht. Will man gerade diese Kontrolle nicht oder ist es einem egal, ist die Vorsorgevollmacht der richtige Weg. Nur bei Personen mit Immobilienvermögen ist die Vorsorgevollmacht  – soweit Grundstücksgeschäfte mit erfasst sein sollen-  durch einen Notar zu beurkunden. Neben Rechtsanwälten und Notaren beraten auch die zuständigen Betreuungsbehörden zu Art, Umfang und Form der Vorsorgevollmacht. Bitte bedenken Sie: einen Automatismus, dass im Krankheitsfall die Kinder, der Ehepartner oder Lebensgefährte Regelungen treffen darf, gibt es gesetzlich nicht!

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